Die Geschichte des Gasthofes und Badhauses zum Goldenen Hirsch reicht zurück bis zu den ersten Aufzeichnungen in 1306. Dabei unterschied man lange Zeit zwischen dem Freibad und dem Hausbereich, in dem 7 Badkästen aufgebaut waren und besucht werden konnten. Das Freibad wurde von 1306 von den Gebrüdern Selbach bis 1737 von Ferdinand und Margaretha Unfried betrieben. Die Badkästen betreuten von 1650 Adam Kastner bis 1755 Zacharias Hilger.

Der Familienverband führte das Haus mit strenger Hand. Das Badhaus überstand den schweren Stadtbrand nahezu unbeschadet, sodass die Gründungszahl mit „1689“ noch heute vor dem Hoteleingang im Boden mit Pflastersteinen abgebildet ist. Rückblickend trägt das Hotel somit zu Recht den Status „ältestes Hotel“ der Kur- und Bäderstadt.

Das Gasthaus wuchs und wurde sobald zum „Bad Hotel“, das um 1815 knapp 50 Zimmer und Badkästen zur Nutzung der Gäste anbot. Viele Berühmtheiten der damaligen Zeit beehrten das geschichtsträchtige Haus fortan, so auch der italienische Geigenvirtuose Nicolo Paganini.
Im Jahr 1835 wurde es erneut um einen Gebäudekomplex auf der gegenüberliegenden Seite der Hirschstraße erweitert, das Haupthaus im Sinne der französischen Couleur umgebaut und in der Folgezeit als französisches Badhaus geleitet wurde.

Im Jahr 1932 wurde die bauliche Verbindung zwischen Haupt- und Nebenhaus geschaffen. Den Einheimischen und Besuchern zeigt sich „der Hirsch“ seitdem kunstvoll im goldenen geschmiedeten Schild, das über der Hirschstraße hängt und das frühere Ooser Tor mit symbolisiert.

Mit Emil Josef Peter erhielt das Badhaus und der angebundene Gasthof 1880 seinen prägenden Namen „Josef Peter’s Gast- und Badhaus zum Goldenen Hirsch“ in Baden-Baden. Die Dauer der Leitung wird mit 1880 bis 1900 dokumentiert.

Quelle: Ernst Kölblin, Hof-Buchdruckerei, Baden-Baden 1900

Bis zum Jahr 2007 bestand das historische Bad Hotel mit dem heutigen RadissonBlu Badischer Hof und dem Steigenberger Europäischer Hof unter Leitung des Steigenberger Hotelkonzerns. Nach einer aufwändigen Renovierung unter behutsamer Bewahrung historischer Details und Begebenheiten ist das Hotel seitdem im Besitz der russischen Heliopark-Gruppe.

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